Hinter der S-Bahn Station "Bahnhof Ehrenfeld" trafen sich am 08.10.2016 die verschiedensten Menschen am "YUCA", um das Release-Konzert des 2. Albums von "Und wieder Oktober" zu feiern. Das durch Crowdfunding finanzierte Projekt dauerte knapp 2 Jahre und wurde zusammen im großen Stil mit "Meine Zeit" und "Samuel Breuer" präsentiert. Schon in der Schlange konnte man erkennen, dass jeder irgendwie jeden kannte, obwohl das Publikum nicht unterschiedlicher hätte sein können. Aber macht das ein Ereignis nicht besonderer? Nachdem unsere Namen am Einlass abgestrichen wurden und unsere Handgelenke einen Stempel bekamen rannten wir schon fast den kleinen Weg ins YUCA, da die erste Supportband, "Meine Zeit" schon spielte! Wünschenswert wäre gewesen, dass, obwohl Einlass eine halbe Stunde vor Beginn der Show war, alles etwas zu beschleunigen, da wir somit leider den Anfang verpassten. Ihre Aufgabe als Vorband erfüllte die deutsche Rock-Pop-Band mit Bravour. Wir alle wünschten Frontmann Daniel Gilberg gute Besserung der Dank dem angekommenem Herbst gesundheitlich nicht vollkommen intakt war. Neben dem Gitarristen und Sänger fand man noch Sebastian Kuck an den Keys, Tilo Hellmann am Schlagzeug und Moritz Hippich am Bass vor. Sich selbst bezeichneten sie als "hübsche und mit schönen Stimmen gesegneten Männern", hinzufügend mit dem Talent am frühen

Abend das Publikum zum mitmachen zu bewegen und in Stimmung für die Folgeband zu bringen. Zum Abschluss spielten "Meine Zeit" ihr bekanntestes Lied"Aquamarin", welches auf Youtube schon über 30.000 Klicks hat. Passend dazu erstrahlte die Bühne in den verschiedensten Blautönen und jeder fühlte sich etwas wie das Mädchen aus dem Lied.

 

An dieser Stelle das größte Kompliment an den Lichttechniker, denn wenn das Licht stimmt, intensiviert sich der Auftritt und bei jeder einzelnden Band und bei jedem einzelnen Lied stimmte das Licht. 

Als nächstes nahm "Samuel Breuer" und Band die Bühne ein. Nach dem rockigen Sound von "Meine Zeit" erwartete man eine etwas ruhigere Stimmung mit dem Singer/Songwriter aus Bonn, jedoch mit Sven Hildebrand am Schlagzeug, Thomas Raatz an der E-Gitarre und Pierre Pihl als Gast am Bass, brachten sie auch den letzten an der Bar lehnenden, am Bierchen nuckelnden Menschen zum tanzen. Wie von der  Band gewohnt, wurde am Anfang wieder eine CD verschenkt, #LiebeindieWelt Sticker verteilt und ein Handy rumgereicht, um sich für den Email-Verteiler einzutragen.

Mit dem aus der Ep bekannten Lied "Aachener Weiher" startete der zweite Support an diesem Abend. Die Mitmachparts der zwei Mitmachlieder "Doppelhundeleben" und "Jedes Jahr" lernte das Publikum ganz schnell, und mit den zusätzlichen Stimmen aus dem Publikum entstand eine persönliche Bindung zwischen Band und Publikum.

Und wieso genau ist es eine Besonderheit Streichinstrumente in einer Band zu haben? "Und wieder Oktober" haben's richtig gemacht und haben sogar zwei Streichinstrumente , Leona Püschel am Chello und Rike Müller an der Geige, zwischenzeitlich tauschte sie dies gegen ein Bass ein. Nicht allein bringen diese Instrumente einzeln schon außergewöhnlich schöne und intensive Klänge

hervor, doch in Kombination mit Sarah Kulawik am Klavier und Gesang, Marc Frensch als Frontmann am Gesang, an der Gitarre und am Piano, Simon Greif am Schlagzeug und Percussion, und Louis Post am Bass entstand eine unglaubliche Bühnenpräsenz. "Und wieder Oktober" beschreiben sich selbst als teilweise melancholischen, teilweise lebensfrohen Herbstsound, und passend zum Release-Konzert war der Abend der perfekte Herbstabend. 

Als "Und wieder Oktober" dann endlich anfingen, füllte sich das Publikum noch mal um einiges und aus dem Nichts erschienen eine handvoll Fotografen, welche aber schon nach ein paar Minuten wieder verschwanden. Schade für sie, denn so verpassten sie die grandiose Show von "Und wieder Oktober". Während das Publikum geduldig und auch wieder nicht auf die letzte Band an diesem Abend wartete, verdunkelte sich die Bühne erst einmal. Und in der Stille die darauf folgte konnte man nichts anderes tun, als die Augen zu schließen und die Klänge der einzelnen Instrumente regelrecht zu fühlen, welche nach und nach anfingen zu spielen. Wenn man die Augen öffnete, konnte man sehen, dass der Rest der Bühne noch komplett schwarz war und nach und nach die jeweiligen Musiker an ihren Instrumenten angestrahlt wurden als diese anfingen zu  spielen. Es hatte was wahrhaftig magisches; "Und wieder Oktober" wissen auf jeden Fall, wie man ein Konzertintro gestaltet. Besonders machte dieses Konzert viele Dinge; dass gefühlt das komplette Publikum mittanzte und mitsang, dass Plakate hochgehalten wurden, dass Louis Post einmal durch komplette Publikum "stage gedived" ist, vor allem aber die kleine Akustik-Session. Zwischendurch legten die Mitglieder von "Und wieder Oktober" ihre Instrumente nieder und schnappten sich aus dem Backstagebereich Akustikinstrumente, während Marc Frensch die Geschichte erzählte, wie das folgende Lied zusammen mit einem Mann entstand, welcher einfach zu ihnen in die Jam Session gestoßen ist. Und so öffnete sich ein Kreis in der Mitte des Publikums und hörten den vergleichsweise leisen Klängen und Stimmen von "Und wieder Oktober". Natürlich wurden wir wieder dazu animiert mitzumachen und so sangen wir alle die Worte im Refrain, die der betrunkene Flaschensammler Olef geschrieben hatte.

Ein mikroskopisch kleiner Kritikpunkt wäre möglicherweise, dass zwischenzeitlich Probleme mit der Technik aufkamen und ein mystischer "Klick" fehlte. Da jedoch die Mehrheit des Publikums noch nicht mal wusste, was ein "Klick" ist, hätte man sich professionell unprofessionell einfach drauf los spielen können. Denn ob man sich dann mal verspielt oder nicht, sicher wäre gewesen, dass das Talent der Mitglieder von "Und wieder Oktober" das Fehlen des "Klicks" definitiv wieder ausgeglichen hätten. Der

 

Abend endete natürlich nicht ohne die Debütsingle aus dem gleichnamigen Album zu spielen und so beendete "Und wieder Oktober" ihr Release-Konzert mit "Könige der Stadt". Jeder der Köln auch nur ansatzweise als Heimatstadt schätzt wird sich schon beim ersten Reinhören in dieses Lied verlieben. Es hat die perfekte Mischung aus Zeilen, die zum Ohrwurm anregen, Momente, in denen die Streichinstrumente dominieren, Harmonie der Instrumente generell, Ausdrucksstärke

 

und Wiedererkennungswert. 
Und als wäre Atmosphäre, die Stimmung im Publikum, die fühlbare Begeisterung der Musiker nicht genug, fiel im perfekten Moment silbernes Konfetti auf uns runter. 

Das Zitat "Verdammt die Welt ist bunt!" stammt aus dem Lied "Schwarz oder Weiß" aus dem ersten Album von "Und wieder Oktober". Auch wenn ein Zitat aus dem 2. Album passender wäre, da dies Release gefeiert hat, fand ich dieses Zitat sehr ausdrucksstark und hauptsächlich habe ich es aus persönlichem Interesse gewählt. Denn die Welt ist bunt. Und genauso wie die Welt in allen Farben des Regenbogens lebt, war das Release-

 

 

Konzert einfach nur bunt. Individuelle Bands, ob rockig, akustisch oder melancholisch. Individuelle Menschen im Publikum,  ob Freunde, Familie, jahrelang begleitende Fans oder Glückskinder, welche mitgeschleppt wurden. Es war einfach sehr bunt. 

PS: Wer den Abend nicht mit 5 neuen CDs verlassen hat, wie ich, hat was falsch gemacht.

PPS: PPS: Die unglaublichen Fotos sind natürlich wieder von Konzertsucht geschossen worden!

// Orginalbeitrag von meinem Blog http://greetsfrom.blogspot.de/2016/10/verdammt-die-welt-ist-bunt_10.html // 

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